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Kyo-Jitsu-Konzept

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kyo-jitsu-Konzept

Im von Shitsuto Masunaga begründeten IOKAI-Shiatsu werden Disharmonien der Lebensenergie Ki durch die Behandlung entlang des Gesamtverlaufs der Meridiane behandelt. Im Gegensatz zur Akupressur, Akupunktur oder des von Namikoshi begründeten Shiatsu werden also nicht "nur" einzelne Punkte (Tsubos) beeinflusst. Die Energiequalitäten von Ki werden vielmehr als Interaktion zwischen verschiedenen Meridianen angesehen. Masunaga bezeichnet dabei kyo als hypoaktives, erschöpftes, leeres Ki, jitsu bezeichnet er als hyperaktives, übermässiges, volles Ki. Kyo und Jitsu werden als einander bedingend angesehen, d.h. zu der Kyo-Qualität eines Meridians gehört immer die Jitsu-Qualität eines anderen Meridians, zur Kyo-Qualität eines Meridian-Teils gehört auch die Jitsu-Qualität eines anderen Teils des Meridians. Kyo und Jitsu-Qualitäten können von erfahrenen Shiatsu-PraktikerInnen erspürt werden. Als Berührungserfahrungen können sie sich am Körper eines Menschen z.B. wie folgt darstellen:

kyo

jitsu

leer voll
kalt heiß
nachgiebig abweisend
anziehend abstossend
spannungslos spannungsvoll
bedürftig kompensierend, stark
still laut
passiv aktiv
hohler Berg bis zum Bersten gefülltes Haus

Hara-, Rücken-, Meridian-Diagnose

Für die Diagnose des Energie-Zustands eines Menschen werden im IOKAI-Shiatsu die Diagnose des Hara oder auch die Diagnose der Rückenzonen eingesetzt. Masunaga ordnete bestimmte Bereiche des Hara (Bauch) bzw. des Rückens Meridianfunktionen zu. Durch Ertasten der Energiequaltitäten (kyo/jitsu) am Hara bzw. Rücken erhält der/die Shiatsu-PraktikerIn einen Ausdruck des aktuellen dynamischen Verhältnisses zwischen zwei Meridianfunktionen. Es ist der Ausdruck dessen, wie ein Mensch in diesem Moment seine Kraft, seine Lebensfunktionen nutzt. Energiequalitäten am Hara können sich dabei relativ schnell ändern, Energiequalitäten am Rücken geben dagegen oftmals auch einen Eindruck über die Geschichte der Person.

Hara-Zonen:

Rücken-Zonen:

Während der Behandlung lassen sich auch unterschiedliche Energiequalitäten innerhalb eines Meridians feststellen. Diese Meridian-Diagnose sagt etwas aus über die Verteilung der Energie im Meridian und im Körper.

Das Konzept der Meridian-Funktionen ist abzugrenzen von den physiologischen Funktionen, die Organen in der westlichen Medizin zugeordnet werden. So beinhaltet z.B. die Meridianfunktion Magen nicht nur die physiologische Funktion des Organs Magen (chemische Zersetzung u. Verflüssigung der Nahrung), sondern vielmehr den gesamten Prozess der Nahrungsaufnahme einschliesslich riechen, schmecken, kauen, Transport der Nahrung vom Rachen durch die Speiseröhre in den Magen. Die Funktion des Meridians Milz-Pankreas beinhaltet nicht nur die Kontrolle u. Filtration von Blut (Milz) bzw. Abgabe von Verdauungssäften (Pankreas), sondern umfasst z.B. auch die "geistige Verdauung" von Wahrnehmungen. Im Folgenden sind die Meridiane mit ihrer generellen Meridian-Funktion in einer Übersicht aufgelistet. Eine detailliertere Beschreibung zur Funktion und zu kyo-jitsu-Symptomatiken findet sich bei der Einzelbeschreibung der Meridiane.

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